Predigten

2. FASTENSONNTAG im Lesejahr C: MEIN AUSERWÄHLTER SOHN: IHN SOLLT IHR HÖREN.

n   LUKE MBEFO, C.S.Sp.


Zunächst, einige Bemerkungen:   Bei der Erzählung von der Verklärung stellt Gott seinen Sohn das zweite Mal vor. Das erste Mal tat er dies bei der Taufe am Jordan. Darüber hinaus taucht auch noch in der 1. Lesung das Vorbild Abraham auf, unser großer Vater im Glauben.   Bei einem Streitgespräch mit den Juden, bekam Jesus von ihnen zu hören: „Unser Vater ist Abraham“. Jesus prompte Antwort lautete: „Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham“ (Jn.9:39f). Die erste Lesung hat gezeigt, wie Abraham auf die Verheißung Gottes hört und danach handelt. Genauso sollen wir auf das Wort Gottes hören. Haben sie eine gemeinsame Auffälligkeit bei den Aposteln bemerkt, besonders bei den Ausgewählten Drei: Petrus, Johannes und Jakobus? In kritischen Momenten seines Lebens nahm Jesus diese drei Begleiter als seine Unterstützer mit.   Doch jedes Mal   haben sie die Bedeutung des Moments nicht verstanden. So berichtet der Evangelist bei der Verklärung weiter: Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen. Ebenfalls waren sie am Ölberg eingeschlafen, als Jesus um sein Leben kämpfte. Sogar beim letzten Abendmahl, genau zu dem Zeitpunkt, als Jesus die Eucharistie einsetzte, entstand unter den Aposteln ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte wäre (Lk.22:24). Diese Bemerkungen erheben die Frage nach dem Kaliber der Jünger Jesu. Es scheint, dass sie kein Interesse an die Sache Jesu zu zeigen.

Man kann auch die Frage heutzutage stellen: Ist es überhaupt möglich eine Verklärung gesehen zu haben? In unserer wissenschaftlichen Kultur ist es schwerer geworden von Transzendenz und Wunder zu sprechen. Wir können keinen empirischen Beweis vorlegen. Doch solch eine Geschichte kann man nicht erfinden und erklären kann man sie so recht auch nicht. Wie ja alles, bei dem Gott am Werk ist, schwer zu erklären ist. Petrus selbst bekräftigt die Wahrheit dieses Geschehens.   In seinem Zweiten Brief berichtet er: „Denn wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt…, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen; denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem Heiligen Berg waren.“(2Pt.1:16f.). Der Berg ist immer der Ort der Begegnung mit Gott: Mose an Sinai, der Prophet Elija. Die Wolke deutet die Shekinah Jawe (Hebrew) die Herrlichkeit Gottes und seine Gegenwart an. Gott will uns nicht blenden, sondern erleuchten mit Klarheit. Gott beleuchtet nicht, um die Jünger zu verzaubern oder zu beeindrucken. Gott erleuchtet, um Zuhörer zu haben für diesen einen Satz: „Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“.

Genauso wie es in der Landschaft, Höhen und Tiefen gibt, in Form von Bergen und Tälern, so gibt es sie auch im Leben eines jeden Menschen. Wer sein Leben anschaut, erkennt darin einige große Momente, in denen man seufzte: Mein Gott, wie schön.   Und dazu viele kleine, angeblich unbedeutende Momente, in denen man anders geseufzt hat, vielleicht: Mein Gott, warum ist das so? Nun kommt es darauf an, wie wir die angeblich kleinen, unbedeutenden, schmerzhaften Momente bestehen und darin die Haltung nicht verlieren, die empfiehlt: Ergehe dich nicht in Seufzen, versinke nicht in bitteren Anklagen oder Selbstvorwürfen, sondern bleibe geduldig, bis du Gott wieder vernimmst und erkennst.

Die Erzählung von der Verklärung in der Fastenzeit weist auf die Leidenszeit Jesu. Die Jünger verstehen das mal wieder nicht. Sie erfreuen sich am Glanz; Petrus würde am liebsten gleich einige Hütten bauen. Gott glänzt nicht um uns zu erfreuen, sondern um uns zu stärken für dann, wenn nichts mehr glänzt. Auch dann sollen wir uns die Würde bewahren. Die Würde eines Lebens liegt in der Aufrichtigkeit und Anständigkeit, in der es gelebt wird. Und das nicht nur, wenn viele zusehen, jubeln und die Scheinwerfer leuchten. Um düstere Zeiten zu bestehen und darin die Haltung nicht zu verlieren, könnte diese Empfehlung helfen: Ergehe dich nicht in Seufzen, versinke nicht in bitteren Anklagen oder Selbstvorwürfen, sondern bleibe geduldig, bis du Gott wieder vernimmst und erkennst. Der Kernsatz lautet: Durch das Hören auf ihn -- die Haltung des Glaubens bewahren.