Predigten

PROJEKT PATER LUKAS.


                                                            --   LUKE MBEFO, C.S.Sp.



                                  

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,

Zuerst möchte ich mich beim Pfarrgemeinderat ganz herzlich bedanken, auf dessen Initiative ich heute einen Spendenaufruf für die Projekte meiner Ordensgemeinschaft in Nigeria in der Stadt Enugu starten darf. Ich habe immer Hemmung  von Geld zu sprechen, obwohl die Not existiert. . Sehr engagierte Frauen in der Gemeinde: Annette Niedbala, Silke Gerbl, Martina Zunke-Scharf unter anderen, wie sie sehen,  stehen mir bei.

Ich denke, ich sollte Ihnen zuerst kurz etwas über unsere Missionsordensgemeinschaft vom Heiligen Geist, den „Spiritaner“ erzählen. Sie ist in Frankreich im 19. Jahrhundert gegründet worden. Ihre Mitglieder sind zuerst dorthin gesendet worden, wo nach kirchlicher Auffassung die größte Not herrschte. In der Gründungszeit bestand der größte Missionierungsbedarf und die meiste Not in Afrika. Die ersten Missionare, die zu uns nach Südosten in Nigeria kamen, waren Missionare aus dem Elsass und aus Lothringen, also aus Deutschland und Frankreich. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges mussten die deutschen Spiritaner Nigeria verlassen, weil Nigeria eine englische Kolonie war. Daraufhin kamen Spiritaner aus Irland, die die Missionsarbeit der Deutschen weiterführten.

In meinem Volk sehr bekannt und beliebt ist der irische Spiritaner, Missionar Bischof Joseph Shanahan. Er hatte die Idee durch Schulen das Land für Christus zu gewinnen. Er meinte, die Schulkinder würden jedes Haus für die Missionare öffnen, sie würden zu kleinen Aposteln werden, die nach und nach ihre Eltern bekehren. Er sollte Recht behalten. Es folgten viele Bekehrungen. Auf diesem Hintergrund, muss das „Schulwunder“ von Bischof Shanahan gesehen werden. Mein Volk, die Igbos, fanden immer mehr Gefallen an der europäischen Erziehung. Und so wurden die Schulen der Spiritaner im Laufe der Zeit ein Statussymbol eines Ortes in meiner Heimat.

Ich selbst war bereits Messdiener in der Grundschule und wurde jeden Sonntag von den irischen Missionaren zu den Außenstationen in den Busch mitgenommen. Ich war total begeistert und stolz bei dieser Missionsarbeit mitzuwirken, manchmal auch als Dolmetscher. Ja, noch als Kind als Dolmetscher zu wirken! Die Missionare sprachen nur Englisch und die meisten Menschen in der Gemeinde sprachen kein Englisch. Im Grunde genommen ist die Missionsgesellschaft der Spiritaner in Nigeria und anderswo ein Schul- und Seelsorgeorden und wir unterhalten Grundschulen, Gymnasien, Hochschulen und auch Universitäten. Mein momentanes Mutterhaus in Deutschland liegt in der Nähe von Köln, es ist Knechtsteden bei Dormagen und es verwaltet ein Gymnasium.

Was ist oder war bisher meine Arbeit in Afrika? Nach meinem Studium in Rom und Washington liegt mein Schwerpunkt in der Priesterausbildung in Nigeria und in den letzten 8 Jahren war ich zu diesem Zweck in Tansania als Theologie und Philosophie Professor, natürlich immer im Auftrag meiner Ordensgemeinschaft. Dazwischen hatte ich noch andere Lehraufträge an verschiedenen Universitäten sowohl in Afrika als auch in Nordamerika.  Durch meine Lehrtätigkeit hatte ich immer lange Sommerferien. In dieser Zeit konnte ich verschiedene Urlaubsvertretungen in Deutschland annehme. So habe ich Gemeindearbeit auch etwas kennengelernt. In der Berliner Gemeinde hat sich im Laufe der Zeit erfreulicherweise eine Türkollekte am Ende meiner Urlaubsvertretung eingebürgert für „Pater Lukas und seine Projekte in Afrika“.  Durch die finanzielle Hilfe der Berliner Gemeinde konnten wir schon viele Bereiche bei uns wesentlich verbessern wie z.B. Bücheranschaffung, Internetzugang, Solarenergie oder Sportanlagen.

Trotz meines „Ruhestandalters“ und trotzt meines Sabbatjahres in Deutschland bin ich in meiner Abwesenheit von meinen Mitbrüdern daheim in Nigeria und Ghana zum „Präsidenten“ (das ist nicht Trump ähnlich) gewählt worden. Ich bin jetzt also Präsident des Governing Councils. Das ist ein Gremium unseres Theologischen Instituts in der Stadt Enugu, vergleichbar mit dem „Vorstand“ eines Unternehmens. Die Aufgabe dieses Gremiums ist, diese Hochschule verbunden mit unserem Priesterseminar Konkurrenzfähig zu erhalten. So muss dieses Gremium dafür sorgen, kompetente Professoren anzulocken und optimale Lernbedingungen zu schaffen, wie eine gute Bibliothek anzubieten, Medienzugang zu ermöglichen und auch Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Dies alles kostet Geld. So gehört auch zu unseren Hauptaufgaben, das Fundraising, auf Deutsch die Spendenbeschaffung.

In unserer theologischen Hochschule mit Priesterseminar in Attakwu, Vorort von Enugu, die uns Spiritaner gehört, sind nicht nur Studenten aus Nigeria vertreten, sondern es gibt auch Studenten und Priesterkandidaten aus Ghana, Liberia, Sierra Leone und Gambia. Sie ist also in West Afrika bekannt. Auch andere Missionsgesellschaften schicken ihren Nachwuchs zu uns. Und in jüngster Zeit kommen auch Laien zu uns, sowohl Männer als auch Frauen, die eine Hochschulausbildung absolvieren wollen, um später im pastoralen Dienst mitzuarbeiten.

Der Rektor unserer Theologischen Hochschule, ein ehemaliger Student von mir, hat mir folgende Anliegen geschickt, die dringend finanzielle Unterstützung benötigen. Folgende 3 Projekte stehen vor uns. Das Bildmaterial, das hier an die Wand projiziert und unten in der Kirche geklebt wurde, bieten ein Bild vor unserer Situation Vorort.

1.   Renovierung der Zufahrtsstraße und Wiederaufbau einer weggeschwemmten Brücke.

In der letzten Regenzeit wurde die Zufahrtsstraße sehr beschädigt, weil sie nicht asphaltiert war. Das Bild zeigt die Seminaristen, die auch mithelfen müssen, die unbefahrbare Straße zu reparieren. Baumaschinen, die den Straßenbau übernehmen, wie hier in Deutschland, gibt es nicht überall. Bei uns wird beim Straßenbau noch viel „Handarbeit“ benötigt, deshalb sind die Seminaristen auch hier im Einsatz. Außerdem wurde die Brücke über den Fluss vom starken Regen weggerissen. Um zum Priesterseminar zu gelangen, muss man jetzt einen Umweg durch den Busch nehmen. Sie schätzen die Reparaturkosten auf 42.000,00 Euro. Die Generalverwaltung unserer Gesellschaft in Rom hat ihnen schon 33.000,00 Euro gegeben. Für die Fertigstellung benötigen sie also noch 9.000,00 Euro.

2.   Der Aufbau eines weiteren Studentenheimes:

Ist dringend erforderlich, da das existierende für die wachsende Studentenanzahl nicht mehr ausreicht. Eine Ärztin in Berlin hat schon 10.000.oo Euro über unser Mutterhaus in Knechsteden für das Projekt gespendet.

3.   Die Vergrößerung des Lesesaals in der Bibliothek:

Ist auch dringend erforderlich, um vernünftige Bedingungen für das Studium zu gewährleisten, bei immer mehr Studenten. Die Türkollekte von Berlin im vergangenen Sommer hat den stolzen Betrag von 4.000.oo Euro erbracht. Dieser Betrag wurde schon in den Ausbau der Bibliothek gesteckt, aber leider reichte die Spende nicht, den Umbau zu vollenden.

4.   Weitere Möglichkeiten der Finanzielle Unterstützung:  ein Sponsor zu werden für eine Studentenausbildung.

--Die Ausbildung eines Philosophie-Studenten kostet pro Jahr 1.500,oo Euro. Die Ausbildung dauert 4 Jahre.

---Die Ausbildung eines Theologie-Studenten kostet pro Jahr 2.200.oo Euro. Sein Studium dauert 4 Jahre.

5.   Spendenquittung:

Unsere Missionsgesellschaft in Knechtsteden ist immer bereit ihnen eine Spendenquittung für den guten Zweck Ihrer Geldausgabe auszustellen.

Überweisungen bitte an die Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist e.V.

IBAN: DE 29 3706 0193 0021 7330 32

BIC: GENODED1PAX.

Verwendungszweck: Nigeria – Pater Lukas Mbefo, Priesterausbildung.

Spendenquittung werden vom Ökonom des Klosters Knechtsteden in Dormagen ausgestellt.

Ich würde mich freuen, wenn wir auch auf die finanzielle Hilfe der Sankt-Bonifatius Gemeinde bauen könnten. Wir Spiritaner sind in der ganzen Welt vertreten und als Missionsgeistliche wird auch unsere Bereitschaft vorausgesetzt, in die ganze Welt geschickt zu werden. Sie können uns dabei helfen, Priester für die Weltkirche auszubilden. Einige meiner Mitbrüder, die aus diesem Priesterseminar hervorgegangen sind, arbeiten bereits in deutschen Bistümern wie Köln, Stuttgart oder Fulda. Ich vertraue auf ihre Großzügigkeit! Vergelt’s Gott!

Und nochmals herzlichen Dank dem Pfarrgemeinderat genauso wie dem Verwaltungsrat und den Frauen, die mich bei diesem Anliegen in Wort und Tat unterstützt haben.