Predigten

DER WELTMISSIONSSONNTAG 2020.

n   LUKE MBEFO, C.S.Sp.


“Selig, die Frieden stiften „Das Wort aus der Bergpredigt und Leitwort zur missio-Aktion 2020 ist unglaublich aktuell. Wie schwer es ist Frieden zu halten, sehen wir täglich in den Nachrichten. Sich solidarisch für Frieden und Zusammenhalt im westlichen Afrika einzusetzen, ist für diese Region im Moment überlebenswichtig.  Im Zentrum der Aktion in diesem Jahr stehen Länder wie Niger und Nigeria. Dazu schreibt Missio, Frieden ist hier ein kostbares Gut und sehr zerbrechlich. Nicht zuletzt, weil diese Länder und ihre Nachbarstaaten immer wieder in das Visier des islamistischen Terrors geraten. In diesem Punkt kann ich zustimmen, weil ich aus diesem Gebiet Afrikas stamme. Mehrere Male war ich in dieser unsicheren Region unterwegs, um an Konferenzen oder anderen akademischen Treffen teilzunehmen. In dieser Region existieren – wie überall in Afrika – sehr unterschiedliche Stammessprachen, dennoch kann man sich hier in Englisch oder Französisch sehr gut verständigen. Diese gemeinsame Sprache ist ein positives Erbe der früheren kolonialen Besatzungsmacht.

Nigeria mit über 200 Millionen Einwohner hat erhebliche Probleme für seine arbeitswilligen Bewohner Arbeit zu schaffen. Obwohl das Land reich an Erdöl ist, wird das gesamte geförderte Erdöl im Ausland raffiniert und dann ins Land zurück importiert. Diese Praxis treibt den Preis für Öl in die Höhe und die Nigerianer müssen mehr bezahlen, als wenn das Erdöl in einer Raffinerie bei uns vor Ort aufbereitet werden würde. Das Gleiche gilt für Ghana und die Elfenbein Küste mit einem anderen Naturprodukt. Dort gibt es große Kakaoplantagen. Die Kakaobohnen werden ins Ausland exportiert und sie kehren in Form von Schokolade zurück, die wir Afrikaner nur für einen teuren Preis kaufen können. Die Bauern in Afrika machen ihre Feldarbeit fast ausschließlich mit ihren Händen. Sie haben nicht die Maschinen, die es hier gibt. Die Regenzeit ist kurz und unzureichend für eine große Ernte. Viele junge Leute verlassen dieses Gebiet in der Hoffnung, in Europa eine Arbeit und bessere Lebensbedingungen zu finden. Viele sterben auf dem Weg dorthin in der Sahelwüste oder gehen im Mittelmeer unter. Das friedliche Miteinander wird immer wieder erschüttert durch die Überfälle der Boko Haram Islamisten. Ebenso machen andere Kidnapper Banditen das Leben für alle unsicher. Die Auswirkungen von Covid-19 verschlimmern noch die Spannungen und Gewalt, der soziale Friede ist gefährdet!    

Was bedeutet unter diesen Bedingungen das Leitwort des diesjährigen Weltmissionssonntags?  Der Präsident der Missio Aachen hat dieses Gebiet persönlich besucht und er schreibt: „.......

 

Die deutschen Bischöfe rufen auf: „Wir bitten Sie: Setzen Sie am Weltmissionssonntag ein Zeichen. Beten Sie für unsere Schwestern und Brüder, die sich aktiv für Frieden und Versöhnung einsetzen! Unterstützen Sie bei der Kollekte die wichtigen Initiativen von Missio!“.