Gedanken zum Aufbau der Kirche

Am 1. Advent 1958 wurde unsere St. Bonifatiuskirche durch den damaligen Weihbischof Adolf Bolte geweiht.

Gedanken aus dem Buch „50 Jahre St. Bonifatiuskirche in Bad Sooden-Allendorf „ zum Kirchbau auf Seite 27:
Der Haupteingang, der bewusst nicht in der Hauptachse der Kirche liegt, sonder seitlich im Turm, gleicht einem Zugang zu einer niedrigen Höhle, es ist keine breite, bequeme Straße, die oft ins Verderben führt. Der Eingang führt uns mit den Linien der Decke (zusammen mit den Linien der Bankreihen und des Fußbodens) zuerst zur Taufkapelle.
Dieses Hinführen zum Taufbrunnen – taufen = tauchen – wird noch unterstrichen durch das „Fallen der Decke“ im spitzen Winkel und die nochmalige Zuspitzung der Linien der beiden Bleifenster zum niedrigen Stufeneingang; der Brunnencharakter wird durch die fensterlose Rundung aus Klinkersteinen noch verstärkt.
Die Taufkapelle liegt übrigens zwar in der Hauptachse, aber nicht in der Verbindung der beiden äußersten Punkte des Kirchbaues, sondern ist hinausgeschoben: Hier beginnt das religiöse Leben mit dem Wirken des Hl. Geistes!
Von hier, sobald man die „Brunnenstufen“ wieder hochgestiegen ist, fällt der unmittelbare Blick zum Altarraum, der großen weiten Öffnung; dem Getauften wird der Weg und die Richtung gewiesen: Da ist dein Ziel!
Doch den wenigsten Menschen ist der gerade Weg zu Gott möglich. Ein dreifacher Weg führt von der Taufkapelle zum Altar, symbolisch wieder deutbar:
Der breite Mittelweg als Weg der besonderen Gnade; der rechte Weg, an den 12 Wandleuchtern vorbei, der, den die Apostel gegangen sind; der linke Weg unter niedriger Decke ist der Weg der Sünde, der tägliche Kreuzweg, der aber letztlich zur Glorie führt über den Beichtstuhl, zu dem er leitet.

Die niedrig hängende Decke des Kreuzweges hat etwas Bedrückendes; zumal sie von hinten zum Altar hin etwas abfällt, ergibt sich eine optische Täuschung: Wenn man am Anfang des Kreuzweges steht, hat man den Eindruck, der Weg wird unendlich lang.


Die Vorgängerkirche, eine kleine in neugotischem Stil erbaute Kirche, war ebenfalls dem heiligen Bonifatius geweiht. Sie wurde 1891 geweiht und 1959 abgerissen.


 
 

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